Sie möchten ein Cloud-Archiv für Ihre Altdaten anlegen? Hier erfahren Sie, wie ein Objektspeicher helfen kann

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Cloud-Archiv und einem Cloud-Backup-Service? Hier sind einige Informationen, um diese neuen Cloud-Services auseinander zu halten.

Untragbar. Dieser Ausdruck kommt oft zur Sprache, wenn IT-Unternehmen überlegen, wie sie ihre Daten derzeit speichern, schützen und aufbewahren. Zum einen verzeichnet die Datenproduktion ein exponentielles jährliches Wachstum. Zum anderen benötigt man Speicher für Backups und Kopien, die jahrelang aufbewahrt werden müssen. Ist es da verwunderlich, dass sich IT-Fachleute Cloud-Backup- und Cloud-Archiv-Services genauer anschauen?

Technologien wie Deduplizierung und Kompression können die Speicherlast insgesamt reduzieren, aber die für die Aufbewahrung von Daten benötigte Zeit und die damit verbundenen Kosten bleiben für die meisten IT-Budgets weiterhin hoch. Es ist kein Wunder, dass nutzungsabhängige Cloud-Archiv-Services (pay-as-you-use) - zusammen mit ihren Gegenstücken Cloud-Backup und Cloud-Notfallwiederherstellung - für IT-Unternehmen immer mehr an Interesse gewinnen.

Trotzdem bleiben noch viele Fragen offen. Wie sollen IT-Teams zwischen Cloud-Backup und Cloud-Archivierungsservices unterscheiden? Welche Rolle soll die zugrundeliegende Cloud-Technologie bei der Entscheidungsfindung spielen? Welche anderen Faktoren sollten IT-Unternehmen insbesondere in Bezug auf ein Cloud-Archiv bedenken?

Unterscheidung zwischen Backup und Archiv

Viele Unternehmen verwischen bereits die Grenzen zwischen ihren Backups und ihren langfristigen Archiven. Für die Unternehmen, die üblicherweise einen externen Tape-Vaulting-Service für Backup und langfristige Aufbewahrung eingesetzt haben, können diese Grenzen sogar noch unscharfer sein.

Aber Experten in den Bereichen Backup, Notfallwiederherstellung und Archivierung heben gern den wirklichen Unterschied zwischen Backup und Archiv hervor. TechTarget zufolge „dienen Daten-Backups für die Notfallwiederherstellung und Datenarchive für das Auffinden einzelner Daten. Es ist der Zweck der beiden, der sie wirklich unterscheidet. Ein Daten-Backup ist für die Wiederherstellung verlorener oder beschädigter Dateien.“

Wenn man in der Cloud archiviert, gewinnt das letztendliche Ziel des Archivs noch mehr an Bedeutung. Wie lange und weshalb müssen die Daten gespeichert werden? Wie oft müssen Benutzer auf diese langfristigen Daten innerhalb der nächsten sechs Monate, des nächsten Jahres oder der nächsten fünf Jahre zugreifen? Daten müssen eventuell für viele Jahre archiviert werden, um gesetzlichen Anforderungen nachzukommen, insbesondere in stark regulierten Branchen wie Finanzdienste, Gesundheitswesen oder Einzelhandel. Aber viele Unternehmen ausserhalb dieser Sektoren finden es auch weise, ihre Daten aus Versicherungsgründen langfristig aufzubewahren. Das gilt insbesondere, wenn sie sich oftmals selber einem Rechtsstreit oder eDiscovery-Anfragen ausgesetzt sehen.

Objektspeicher und aktive Archive verglichen mit Langzeitarchivierung

Ein Unternehmen sollte in Betracht ziehen, ob es mehr von einem Cloud-Speicher profitiert, der als ein aktives Archiv fungiert, oder eher eine Langzeitarchivierung benötigt. Ein aktives Archiv kann eine bessere Lösung sein, wenn das Unternehmen häufige eDiscovery-Anfragen erhält, eine detailliertere ständige Analytik durchführen muss oder neue Möglichkeiten zur Ausschöpfung des Werts seiner Altdaten erkunden möchte.

Aktive Archive können einen sicheren ständigen Zugang zu archivierten Daten von allen Benutzergeräten überall auf der Welt bereitstellen. Diese können auf einer softwaredefinierten Objektspeichertechnologie basieren, die es dem Archiv erlaubt, exponentiell bis in die Petabytes anzuwachsen, wobei die Einzelheiten der zugrunde liegenden Speicherhardware vom digitalen Archiv getrennt sind. Das bedeutet, dass statische Dateisystemstrukturen und Pfadnamen für den Speicherort der archivierten Daten durch virtuelle Konstrukte wie einen globalen Namen und Objekt-IDs ersetzt werden. Diese bleiben für das Archiv immer gleich, ohne Rücksicht auf die im Laufe der Zeit stattfindenden Veränderungen des zugrunde liegenden Speichers aufgrund des benötigten Speicherplatzes für das Archiv.

Vergleichen wir jetzt diese Art von aktivem Archiv mit einem cloudbasierten Langzeitarchiv, das sich mehr auf die Erhaltung der archivierten Daten konzentriert. Bei dieser Art von sicherem Langzeitarchiv kann ein seltener Datenzugriff stattfinden verglichen mit seinem Gegenstück, dem aktiven Archiv. Während ein Langzeitarchiv auch auf einem Objektspeicher basieren kann, werden langfristige Daten oftmals in kostengünstigeren Speicherebenen (auch auf Tapes) aufbewahrt, um dem Kunden die grösstmöglichen Einsparungen zu bieten. Diese niedrigen Kosten bringen aber leider auch eine bedeutende Zeitverzögerung mit sich, von dem Zeitpunkt, wenn ein Benutzer einen Teil der archivierten Daten anfordert, bis er diese ansehen oder auf sie zugreifen kann. Bei der Verwendung von Cloud-Massenanbietern können zudem weitere Kosten für den Zugriff auf die Daten entstehen.

Umlagerung von Altdaten und Archiven in die Cloud

In einer Umfrage aus dem Jahr 2016 gaben 54 % der Befragten an, dass sie „äusserst“ oder „sehr“ wahrscheinlich einige ihrer Altdaten vom Tape in die Cloud umlagern möchten. Allerdings machte sich ein gleichgrosser Prozentsatz von Befragten Sorgen über die Zeit und Kosten, die für diese Umlagerung notwendig sind.

Hier sollten die Cloud-Servicevereinbarungen (SLAs) Details zu Kosten für die Lagerung im Vergleich zu den Kosten für den Datenzugriff aufführen. Zudem sollten sie auch die unterstützten Methoden und Protokolle festlegen, die Kunden verwenden können, um Cloud-Archive zu integrieren, zu bestücken und auf diese zuzugreifen. Das könnte die Verwendung des S3-Protokolls oder spezieller Cloud-Gateways umfassen. Unternehmen sollten derartige Formalitäten untersuchen, insbesondere, wenn ein Cloud-Archiv in ein grösseres automatisiertes Speicherebenen-System integriert werden soll. Das könnte auch die Migration von Produktions- oder Backup-Daten in das Cloud-Archiv basierend auf bestimmten Kriterien umfassen, wie z. B. wann die Daten zuletzt aufgerufen wurden.

Im Zuge der grossflächigeren Übernahme von Cloud-Archiven durch IT-Unternehmen raten Experten dazu, die Gesamtkosten des Archivs im Laufe der Zeit in die Überlegungen einzubeziehen. Es ist zudem auch empfehlenswert, die Cloud-Services basierend auf einigen anderen Kriterien zu bewerten. Neben der Robustheit und Skalierbarkeit der verwendeten Technologie, bedenken Sie auch die Sicherheitspraktiken, Geo-Widerstandsfähigkeit und den Datenzugriff des Serviceanbieters, dessen Erfahrung mit Compliance-Anforderungen und die Verschlüsselungsebenen, die er für archivierte Daten verfügbar macht. Und vergessen Sie auch nicht den Ruf des Serviceanbieters in Bezug auf die sichere Verwahrung von Unternehmensdaten, zusammen mit den Möglichkeiten, die er anbietet, um bei der Verwaltung oder Migration von Altdaten aus anderen Formaten zu helfen.