Mitarbeiter und das Informationsrisiko

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ZUSAMMENFASSUNG

Wem gehören die Informationen in einem Unternehmen? In vielen europäischen Ländern sieht die gesetzliche Regelung vor, dass Informationen, die im Auftrag eines Unternehmens erstellt werden, dem jeweiligen Arbeitgeber gehören, sofern im Arbeitsvertrag keine anderen Festlegungen getroffen wurden. Dennoch haben Mitarbeiter oft das Gefühlt, dass sie einen Anspruch auf die Informationen haben, an deren Erstellung sie beteiligt waren. Kennt Ihr Unternehmen die Informationsrisiken, die durch diese unterschiedlichen Sichtweisen entstehen? Und weiss es, wie es darauf reagieren sollte?

Auch wenn die Gesetzeslage eindeutig ist: Im Tagesgeschäft ist es oft gar nicht so klar, wem Informationen eigentlich gehören. Laut einer Studie von Iron Mountain haben Mitarbeiter in Europa oft ein eigenes moralisches Verständnis dafür, wer Anspruch auf das Urheberrecht auf die von ihnen erstellten Informationen hat.

In dieser Situation reicht es für ein sinnvolles Informationsmanagement nicht aus, einfach nur die entsprechenden Prozesse zu gestalten. Vielmehr müssen Psychologie, Haltung und Verhalten von Mitarbeitern sowie die Unternehmenskultur mit berücksichtigt werden.

Die Vorteile einer solchen Vorgehensweise liegen auf der Hand. Die Studie zeigte, dass das Bewusstsein für Unternehmensvorgaben in direktem Zusammenhang mit dem ethischen Verhalten steht. Mitarbeiter, die verstehen, wie und warum ihr Arbeitgeber Richtlinien zum Umgang mit Informationen entwickelt, akzeptieren wesentlich besser, dass bestimmte Informationen als vertraulich eingestuft werden, und sie verstossen wesentlich seltener gegen diese Vertraulichkeitsregelung. Solche Mitarbeiter behandeln auch Informationen von Wettbewerbern mit mehr Sorgfalt und stellen kein Informationsrisiko dar, selbst wenn sie das Unternehmen verlassen. Dieser Zusammenhang wird vor allem bei den Ergebnissen aus Deutschland deutlich.